BOWSPRING SPECIAL CLASSES


mit Bastian Schlickeisen (Berlin)

Samstag, 26. Mai 2018 10:00 – 12:00 Uhr: Crouching Cat – Variationen einer Grundidee

Crouching Cat ist so etwas wie das Gelenk der Bowspring-Praxis. Diese Revolution im Yoga findet sich in den verschiedensten Lagen des Körpers wieder: Knieend, stehend, liegend, hüpfend. Es ist beinahe unglaublich: Bei aller intuitiven Offenheit unserer Praxis, bei aller Liquidität des körperlichen Aspekts, bei allem Dehnen und Ziehen und Strecken und Räkeln gibt es eine Grundkonstante, die sich konsequent durch das gesamte Üben zieht: Es ist der straffe, am vorderen Rumpf angelegte Faden, der vom Schambein über den Bauch zum Brustbein hin zum sogenannten Jugulum (dem unteren Hals) sich durchzieht. Damit einher geht eine natürlich-optimale Kurvatur im unteren Rücken, weiche Leisten, und ein starker bewegungsmotivierender Gesäßmuskel.

Wir variieren zunächst zwischen 4 Feet und Crouching Cat, weich und geschmeidig, aber nicht beliebig. Denn wir haben mit dem Bowspring eine dynamisch-vitale Ausrichtungsidee in der Art, dass wir in ihr variantenreich und explorativ zu agieren eingeladen sind. Ausrichtung („alignment“) meint hier nicht ein starres Dogma, sondern meint im Bowspring eine Quelle zur entfaltenden Inspiration.

Es ist demnach unser Anliegen, das auf Bewegung angelegte Template der Crouching Cat – der zum Sprung bereiten Katze – in weitere Bewegungen hinein zu verwandeln, wieder zu erkennen und dessen enormes Potential für eine belebende Bewegungspraxis zu entdecken. Immer auch in der Hinsicht, uns eine persönliche, stetige Praxis zu eröffnen: Aus dem Gefühl und dem Wissen, aus der Intuition und der Inspiration.

Samstag, 26. Mai 2018 12:30 – 13:30 Uhr: Atmung und Bewegung

Viele Menschen kennen das Gefühl, dem eigenen Körper regelrecht ausgeliefert zu sein. Manchmal möchte man sagen: Was willst du noch, dass ich für dich tue? Ich ernähre mich gesund, habe eine ständige Yogapraxis, habe meine persönliche Geschichte aufgerollt und so fort. Und trotzdem immer wieder diese Angriffe in Körper und Geist.

Die Beschäftigung mit der Atmung ist im Yoga auch deshalb ein traditionelles Grundanliegen, weil sie der Schlüssel sein könnte, das sogenannte autonome Nervensystem anzusprechen, ja ihm in seiner angenommenen Autonomie dazwischen zu funken. Denn ist es so, dass als (unbewusste) Reaktion auf bestimmte Situationen im Leben Stresshormone (Cortisol) ausgeschüttet werden. Können wir in diesen fast schicksalsmäßigen und inflammativen Akt eintreten?

Wir nutzen verschiedene, moderne Konzepte über Atmung und bringen diese in Verbindung mit unserer Yogapraxis. Wir eröffnen uns einen neuen Erfahrungsraum, unser Leben betreffend.

Sonntag, 27. Mai 2018 10:00 -12:00 Uhr: Umfallen – aber gern! - Die Crux mit dem Hopping

Zunächst gehe es darum, sich seine innere Haltung gegenüber seiner Bowspring-Hopping-Praxis anzuschauen. Der Bowspring sucht ja nicht danach, bestimmte Haltungen des Yoga-Repertoires (Asanas) zu reproduzieren. Bedeutsam ist eher, das elastische Netzwerk des Körpers in einem weiten Bewegungsradius anzusprechen und entgegen von Mustern und Tendenzen neu zu stimulieren. Sprich: Die Stoffwechselaktivität des kollagenen Bindegewebes anzufeuern. Dies vorausgesetzt, ergibt sich eine präsenzorientierte Praxis, die in jeder Sekunde schon, und nicht erst in einer bestimmten Haltung, ihren Fluchtpunkt erreicht.

Eine spirituelle Grundregel, die in der Bhagavad-Gita gelehrt wird, ist diese, nicht an den Früchten seiner Arbeit anzuhaften, sondern den Geist entspannt zu lassen. Auch gerade dort, wo du viel Engagement zeigst. Du wirst den Handstand oder das Hopping eher beherrschen, je weniger das Ego die Bewegungspraxis beherrscht, je mehr Freude du hast am Forschen und Tun. Gibt ein Kleinkind das Laufen auf, nur weil es zu Beginn des öfteren fällt? Ist es missgestimmt dadurch? Nein, das Kind macht weiter, immer weiter – das entspricht seiner Natur.

Wir üben in dieser Klasse verschiedene, lustige, auch überraschende Wege und Auswege des Hoppings. Wir erforschen, ob das diverse Umfallen uns sogar erfahrungs- und bewegungstechnisch weiter führt als die Statik des Handstands, ob das Fallen und „Scheitern“ nicht sogar als lustvoll und anregend erfahren werden kann. Wir beobachten unseren Geist, und führen ihn hin zum Yoga: Einverständnis mit dem Geschehen, und auch Lust zu dessen Gestaltung.

Sonntag, 27. Mai 2018 12:30 -13:30 Uhr: Wim Hof Breathing Method, extended

Nach den Exaltationen des Vormittags suchen wir ein Scharnier, dass uns aus der bewussten Aktion in die bewusste Stille führt, bis nur ein sanftes Wehen noch um unsere Lippen spielt und die Identifikation mit dem Körper aufgegeben wird. Die große Gelassenheit, die sich aus der Hyperventilatonsatmung und dem sich anschließenden Atemverhalt ergibt, wird, bei regelmäßigem Training, zur Folge haben, dass viele Situationen des Lebens, die uns sensiblen Menschen (bewusst oder unbewusst) bedrohlich erscheinen, sich fortan auflösen in die Qualität von Ereignissen, die wir zwar wahrnehmen, die uns aber nicht aus unserer Mitte reißen. So kann selbst das kalte Wasser, sprich die Kälteexposition des Körpers, ab einem bestimmten Punkt als gleich gültig erfahren werden. Die emotionale Wallung tritt zurück zugunsten des stetigen Friedens von Körper und Seele. Auch diese Klasse sei ein Impuls, die gelernte Technik in jeden Tag zu integrieren, um deren Wert schließlich vollständig verkosten zu können.

Für Teilnehmer mit Vorkenntnissen. Einzeln oder in total

Kosten:

Preis pro 2-stündiger Session: 40€ (ermäßigt: 35€)
Session am Samstag oder Sonntag Mittag (1-stündig): 20€ (ermäßigt: 15€)

Kompletter Workshop: 100€ (ermäßigt: 80€)

Veranstaltungsort: Studio Brixener Hof

Anmeldung:

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(über unseren Onlineshop)
...oder einfach direkt im Studio!


Bastian Schlickeisen

hat seine Lehrerausbildung im Stil des Anusara im Jahr 2013 bei Christina Lobe (Berlin) abgelegt. Seit der Begegnung mit John Friend und Desi Springer im selben Jahr, folgte er in vielen Workshops konsequent den neuen Ansätzen der beiden Innovatoren. 2015 bestätigte ihm John Friend, im Rahmen eines Berliner Bowspring-Workshops, seine Lehrerlaubnis.
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